Jagel Mahnwache Februar 2018 in Jagel


Zum 24. Mal lädt die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen zu ihrer Mahnwache an den Drohnen- und Tornadostandort Jagel ein.

Mahnwache

am Sonnabend, den 10. Februar 2018 wieder um "Drei vor Zwölf", 11.57 Uhr

vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Jagel.

Im Anschluß daran laden wir zu einer Filmvorführung um 13.30 Uhr in der Pizzeria Sole Mio, Bundesstraße in Jagel.

Gezeigt wird der Film:

NATIONAL BIRD

Wohin geht die Reise, Amerika?

Ein Dokumentarfilm über den Drohnenkrieg der USA gegen "den Terror"
von Sonia Kennebeck, Ines Hofmann Kanna, Wim Wenders und Errol Morris.

Drohnen, die Kriegsmaschinen der Zukunft

Zur Handlung von National Bird:

Mit Kampfdrohnen führen USA und Großbritannien bereits seit einigen Jahren Krieg in Afghanistan. Aber auch außerhalb von Kriegsgebieten, etwa in Pakistan und im Jemen werden bewaffnete Drohnen zu Tötungen von vorher identifizierten vermeintlichen "Bösewichten" sowohl von der US-Armee, als auch von Geheimdiensten eingesetzt - ohne jedes Gerichtsverfahren.

Der Film berichtet aus der Perspektive der Täter

"Mit Hilfe der Aussagen von drei mutigen Informanten, die am US Drohnenprogramm mitarbeiteten, deckt dieser Dokumentarfilm einige verstörende Wahrheiten über amerikanische Kriegführung auf." (The Guardian)

Die Filmautorin lässt im Film National Bird drei Veteran*innen zu Wort kommen, die im Krieg gegen den Terror für die US Air Force im Einsatz gewesen sind. Sie waren in unterschiedlichen Funktionen der modernen Kriegsführung an Präventivschlägen, also gezielten Tötungen mit Drohnen (unbemannten Luftfahrzeugen) beteiligt. Sie wollten nicht länger darüber schweigen, was sie in ihren Einsätzen gesehen und erlebt haben. Ihre Aufgabe war es, mittels der ferngesteuerten Flugobjekte Spähmissionen zu vollführen und gegebenenfalls auch zu töten. Ihre Arbeit war moralisch bedenklich und streng geheim. Fehler wurden vertuscht und der psychische Stress war enorm. Nicht längst bekanntes über Drohnenkrieg steht im Mittelpunkt des Films, Kennebeck rückt die leidtragenden Menschen ins Bild. Sie zeigt, wie aus Tätern Opfer ihrer Taten werden, die das was sie taten nicht ertragen können. Nicht nur die DrohnenpilotInnen und die SensorbedienerInnen begreifen, dass sie Teil der automatisierten Tötung sind, sondern auch die BildauswerterInnen, die im Hintergrund arbeiten.

Die Filmemacherin Sonia Kennebeck begleitete die drei Veteran*innen des US Militärs über drei Jahre hinweg und dokumentierte zudem, wie das Aufdecken von Staatsgeheimnissen das Leben der drei Soldat*innen für immer veränderte.

Der Film blickt aber auch auf die Opfer, tausende Kilometer entfernt von den TäterInnen. Sprechen können nur noch die Überlebenden der Drohnenangriffe.

Der Dokumentarfilm kann dazu beitragen, zu verstehen, wie der Drohneneinsatz vorbereitet und organisiert wird, welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind und wie militärische Spionage und Kampfeinsatz zusammenwirken und ineinander übergehen.

Die Bundeswehr wird mit Kampfdrohnen ausgerüstet

2019 soll auch die Bundeswehr über Kampfdrohnen verfügen. Die Anschaffung von "Heron TP" als bewaffnungsfähige Drohnen ist beschlossen, die dem Standort Jagel zugeteilt werden. Auch in der Bundeswehr gibt es DrohnenpilotInnen, Sensor- und dann auch WaffenbedienerInnen sowie BildauswerterInnen im Hintergrund. Auch sie sind mittelbar oder unmittelbar für das Töten von Menschen verantwortlich.

Was sich davon auf den Fliegerhorst Jagel übertragen lässt, wird im anschließenden Gespräch verdeutlicht. Es gibt einen Beschluss des Bundestages, dass auch die Bundeswehr über Kampfdrohnen vom Typ Heron TP ab 2019 verfügen will. Ob oder wie sich der Drohnenkrieg der Bundeswehr vom im Film gezeigten Drohnenkrieg der USA unterscheiden wird, bleibt Gegenstand der Diskussion. Die Organisierung von Widerstand gegen die Drohnenaufrüstung wird abschließendes Thema sein.

Der Eintritt ist frei.


Ankündigung in Druckform farbig.

Ankündigung in Druckform Schwarz/Weiß.