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Mahnwache gegen Kampfdrohnen am 30.1.2016 vor dem Fliegerhorst Jagel

Am 30. Januar 2016 protestierten etwa 30 KriegsgegnerInnen aus unterschiedlichen Regionen Schleswig-Holsteins vor dem Fliegerhorst Jagel.

Der Fliegerhorst Jagel ist sowohl Standort für Kampfflugzeuge, als auch für Drohnen.
Von Jagel geht Krieg aus, erklärte Detlef Mielke von der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen. 4 RECCE Tornados aus Jagel seien am Syrienkrieg beteiligt. In Afghanistan steuern Piloten aus Jagel Drohnen vom Typ Heron 1. SoldatInnen aus Jagel befinden sich aktuell im Krieg.
Es seien nicht nur die Piloten, die sich im Krieg befinden, es gehört viel Bodenpersonal dazu, SpezialistInnen für die Bildauswertung zum Beispiel. Es sind zurzeit nur wenige der 1800 auf dem Fliegerhorst arbeitenden Menschen tatsächlich in den Kriegseinsätzen vor Ort in der Türkei und Afghanistan. Zum Einsatz gehörten zum Beispiel auch die Logistiker in Jagel, die dafür sorgen, dass genügend Treibstoff für die Flüge vorhanden ist, genügend Ersatzteile zur Verfügung stehen, es gehört die Verwaltung dazu und vieles mehr.
Die Kriege in Afghanistan und der Region um Syrien werden lange dauern, die SoldatInnen müssen ausgewechselt werden. Es sind also mindestens die dreifache Anzahl der ins Ausland verlegten SoldatInnen erforderlich. Schon überlegt Frau von der Leyen laut, ob auch in Mali Drohnen vom Typ Heron eingesetzt werden.
Im Januar 2016 hat die Bundeswehrführung beschlossen, die Drohnen von Typ Heron TP anzuschaffen, das sind bewaffnungsfähige Drohnen, Kampfdrohnen. Diese Drohen sind keine großen Modellflugzeuge, sondern Flugroboter, die einmal programmiert automatisch starten und landen und ihre festgelegten Flugbahnen absolvieren können.
Nach Aussage der Bundesregierung wird noch ein Mensch dazwischengeschaltet sein, der auf den Auslöseknopf drückt, damit die mitgeführte Lenkwaffe abgeschossen werden kann - die dann Tod und Zerstörung bringt. Technisch ist es nicht mehr notwendig, Menschen für den Auslöseknopf zu haben. Das können Rechner, die die Ziele ohnehin vorauswählen, auch selbst. Vieles spricht dafür, dass auch die Kampfdrohnen von Piloten aus Jagel geflogen werden. Die Pilotenausbildung für die Heron1 Drohnen befindet sich jetzt schon in der zum Fliegerhost gehörigen Kaserne in Kropp.
Parallel zur Anschaffung dieser MALE Drohnen gibt es eine weitere Aufrüstungsmaßnahme, die Jagel betreffen wird. Die Großdrohne TRITON, ein unbemanntes Spionageflugzeug, soll von der Bundeswehr angeschafft werden. In Jagel sind Hangars und Rollbahn dafür bereits für 32,5 Millionen Euro gebaut worden.
Die PazifistInnen und AntimilitaristInnen haben angekündigt wieder zu kommen. Sie laden für Donnerstag, den 18.2.2016 um 16 Uhr zu einer erneuten Mahnwache ein. Am gleichen Tag gibt es abends um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema Drohnen mit dem Referenten Lühr Henken vom Bundesausschuss Friedensratschlag in der Pizzeria Sole Mio in Jagel, wenige hundert Meter vom Fliegerhorst entfernt.

Die nächsten Aktionen werden jeweils angekündigt auf der Homepage: www.bundeswehrabschaffen.de

Hier einige Bilder von der Mahnwache vor dem Fliegerhorst Jagel:

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Zuletzt geändert: 11.01.2017