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Pressemitteilungen

Pressemitteilung
mit der Bitte um Berichterstattung


Inhaftierter Atomwaffengegner von 102 Gleichgesinnten freigekauft

Offener Brief an die Bundesregierung und das Bundesverfassungsgericht

Heute Vormittag, den 3. Dezember, wurde Martin Otto, Mitglied der
"Gewaltfreien Aktion Atomwaffen Abschaffen" (GAAA), aus dem Gießener
Gefängnis freigekauft. Er hatte am 26. November eine Ersatzfreiheitsstrafe
angetreten, zu der er wegen seiner Teilnahme an einer Aktion des Zivilen
Ungehorsams aus Protest gegen die Lagerung von Atombomben in Büchel/Südeifel
verurteilt worden war.

In einer Solidaritätsaktion haben 102 Gleichgesinnte Geld für seine
Auslösung aus dem Gefängnis zusammengelegt, mit dem sie ihm die restlichen
sieben Tage Haft erspart haben. Gleichzeitig haben diese 102 Personen einen
Offenen Brief an die Bundesregierung, z.Hd. Kanzler Schröder, an den
Botschafter der USA in Berlin, an das Bundesverfassungsgericht, an das
Amtsgericht in Cochem, an die Staatsanwaltschaft in Koblenz und an die
Leitung der Justizvollzugsanstalt Gießen unterzeichnet (siehe Anhang), in
dem sie die sofortige Abschaffung aller Atomwaffen fordern und gegen die
Verurteilung gewaltfreier AtomwaffengegnerInnen protestieren.

Es war bereits das neunte Mal, das ein Aktiver der GAAA wegen einer Aktion
des Zivilen Ungehorsams am Atomwaffenstützpunkt Büchel im Gefängnis war.

Anhang: Offener Brief

Gewaltfreie Aktion
Atomwaffen Abschaffen
Haußmannstr. 6, 70188 Stuttgart
Fon 0711/2155112
Fax 0711/2155214
gaaa@paritaet-bw.de
www.gaaa.org
GAAA, Kontonr. 8019151200, BLZ 43060967
GLS Gemeinschaftsbank

***


Offener Brief

im Dezember 2004

an die Bundesregierung, z.Hd. Kanzler Schröder
an den Botschafter der USA in Berlin
an das Bundesverfassungsgericht
an das Amtsgericht in Cochem
an die Staatsanwaltschaft in Koblenz
an die Leitung der Justizvollzugsanstalt Gießen


Wir, die Unterzeichnenden, kaufen gemeinsam und demonstrativ den
gewaltfreien Atomwaffengegner Martin Otto aus dem Gefängnis frei.

Er ist vom 26.11.2004 an in der Justizvollzugsanstalt Gießen inhaftiert. Er
wurde verurteilt, weil er im Rahmen einer "Zivilen Inspektion" des
Atomwaffenstützpunkts Büchel den Militärzaun zerschnitten und das Gelände
unerlaubt betreten hat.

Seit Mitte der 1980er Jahre sind rund 200 Menschen in bundesdeutsche
Gefängnisse gesperrt worden, nachdem sie sich an Aktionen des Zivilen
Ungehorsams aus Protest gegen Atomwaffen beteiligt hatten.

Auch wir treten für die sofortige Abschaffung aller Atomwaffen ein und
protestieren dagegen,

- dass in unserem Land in den Standorten Ramstein und Büchel Atombomben der
USA für ihren Einsatz im Ernstfall bereit gehalten werden,

- dass die Bundeswehr in Büchel Tornado-Kampfbomber und deutsche Piloten zur
Verfügung stellt, die den Einsatz der Massenvernichtungswaffen üben
(nukleare Teilhabe der Bundesrepublik),

- dass die deutsche Justiz Aktionen des Zivilen Ungehorsams gegen Atomwaffen
unter Strafe stellt (also Aktionen, bei denen in begrenztem Maße Verbote
übertreten, jedoch Leben und Gesundheit anderer nicht gefährdet werden),
während gleichzeitig die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen immer noch
als legal gilt, obwohl der Internationale Gerichtshof bereits 1996 die
generelle Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen festgestellt hat.

Dies ist ein Offener Brief, dessen Text mit den Namen der UnterzeichnerInnen
auch an verschiedene Presseorgane mit der Bitte um Veröffentlichung gesandt
wird.

Unterzeichner:
Peter Amici, Braunfels; Lee Bach-Bayram, Hohenahr; Julia Bäuerlein,
Sommerau; G. Baumgarten-Amici, Braunfels; Regine Behnke, Wetzlar; Hermann
Bernhard, Wetzlar; Roland Blach, Ludwigsburg; Gregor Böckermann, Frankfurt;
Gabriele Boller, Ingolstadt; Gerhard Breidenstein, Murrhardt; Irene Breiter,
Aarbergen; Susanne Bürger, Magdeburg; Marianne Danzer, Nürnberg; Ulrich
Denkhaus, Wetzlar; DFG-VK Hagen, Beate Maliga, Hagen; Maria Dötzer,
Nürnberg; Michael Dorn, Schöffengrund; Helga vom Dorp, Leun; Hans Karl vom
Dorp, Leun; Erika Drees, Stendal; Hans A. Dresler, Siegen; D. Eckstein,
Wetzlar; Ruthild Foth, Ludwigshafen; Gertraud Friedrich, Lahnau; Bernd
Friedrich, Lahnau; Ingrid Fröhlich-Groddeck, Stendal; Dr. Albert Fuchs,
Meckenheim; Marion Gattermann, Schöffengrund; Leonie Glahn-Ejikeme, Bad
Pyrmont; Albrecht Graf, Wetzlar; M.-L. Graf, Wetzlar; Franz Gregetz,
Leutkirch; Dr. Barbara Greis, Wetzlar; Carl-Peter Greis, Wetzlar; Erna
Hänsler, Nürnberg; Anton Hänsler, Nürnberg; Klaus Hass, Gießen; Hanna
Jaskolski, Erftstadt; Mandy Klaus, Leipzig; B. Klupsch, Gießen; Corry
Knijff, Frankfurt; Martin Koppold, Heubach; Dieter Kositschik, Wetzlar;
Kornelia Krombach, Hüttenberg; Maria Kronenberg, Trier; Herbert Kronenberg,
Trier; Siegbert Künzel, Hamm; Gisela Kuhn, Neu-Anspach; Helmut Kuhn,
Neu-Anspach; Christian Kumbier, Wetzlar; Dorothea Laubenthal, Bad
Soden-Salmünster; P. Liedtke; Nelly Limmer, München; Gisa Luu, Frankfurt;
Johannes Mader, Schneverdingen; Stefan Mathijssen, Kiel; Eberhard Mitzlaff,
Nehren; Friedrich Müller, München;
Kurt Otto, Wetzlar; Norbert Owtscharenko, Köln; Hermann Paulus, Cochem;
Christina Peters, Gießen; Klaus Petri, Wetzlar; Rolf Plessner, Siegen;
Johannes Plotzki, Kassel; Andreas Quartier, Bad Krozingen; Ernst von der
Recke, Schöffengrund; Marie-Noelle von der Recke, Schöffengrund;
Thomas Reuter, Brombachtal; Martin Röcker, Tettnang; Tommy Rödl, München;
Sabine Römer, Melsungen; Siegmar Roscher, Wetzlar; Liz Sarges, Wetzlar;
Helmut Schießer, Königstein-Mammolssheim; Ute Schmeling, Buchholz/Nordheide;
Volker Schmitt, Wetzlar; Lioba Schneyinck, Hoßkirch; Dieter Schneyinck,
Hoßkirch; Christa Schreier, Giessen; F. Schrödter, Asslar; Robert Seither,
Sinn; Josef Seuffert, Aarbergen; Gert Siepak, Böblingen; Anne Soll, Lahnau;
Bernhard Soll, Lahnau; Patrick Sommerville, Hohenahr; Ilse Staude,
Staufenberg; Eugen Stein, Wetzlar; Sabine Teubert, Leipzig; Christian
Tewordt, Marburg; Silvia von Verschner, Schöffengrund; Theodor von
Verschner, Schöffengrund; Lothar Waßmann, Aachen; K. Weber, Wetzlar; B.
Wiebner, Wetzlar; Horst Wilczek-Sommer, Schöffengrund; Bernd Wilhelm,
Wetzlar; Sigrid Wörle, Schöffengrund; Michael Wolter, Linden; Michael
Widera, Leipzig; Christian Zahnen-Sages, Wetzlar

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Zuletzt geändert: 09.07.2006