Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 

"Soldaten sind Mörder"

[nächste Seite] [vorherige Seite] [erste Seite]


 

11. Reformationszeit

Aus dem sechzehnten Jahrhunderts vier Stellungnahmen:

Erasmus von Rotterdam schrieb im Jahre 1511 das „Lob der Torheit“, in dem es hieß: „Nun sagt man aber, daß Einsicht im Kriege sehr viel Bedeutung habe. So weit es sich um den Feldherren handelt, gebe ich das zu, doch geht es dabei nur um militärische, nicht um philosophische Einsicht. Im übrigen wird ein ruhmvolles Unternehmen dieser Art nur von Schmarotzern, Kupplern, Wegelageren, Meuchelmördern, Bauernlümmeln, Tölpeln, Bankrotteuren und ähnlichem Unrat der menschlichen Gesellschaft durchgeführt, aber nicht von laternetragendan Philosophen.“

Hermann Schottenius Hessus um 1530 im „Mars- oder Kriegsspiel“:

„Der Friede ist viel besser als der Krieg, auch wenn er ganz und gar unbillig wäre. An Krieg ist nicht Ehrenvolles: Der Sieger ist ein Mörder und der Besiegte geht zugrunde.“

Sebastian Franck (1499-1542) im 1539 erschienenen „Kriegsbüchlein des Friedens“: „Der Krieg ist ein kläglich, erbärmlich Schauspiel, der Krieger Stand und Wesen ist Räu­berei und Mörderei.“

Der Dichter Jean Passerat (1534-1602) schrieb „wider die Deutschen Landsknechte“:
Ihr Pulverfratzen, Teufel Ihr von Rhein,
Mordbrenner, wagt Euch nicht mehr hier herein …
raubt sonstwo, meine Herren Ketzerbande …
führt sonstwo Euren Krieg und Brand zu Ende!
wälzt sonstwo Euch - nur nicht hier - unterm Tische,
schnarcht sonstwo aus Euch in ner Saustallnische
Sieger im Saufen und vom Suff besiegt,
wo ihr im weißen, rosigen Weindunst liegt,
nackt und bedreckt, gereiht in eurem Pfuhle,
wie sich die Wildsau sühlt in ihrer Suhle!
Kurz: wie Ihr wollt, sollt Ihr gebettet sein,
nur - wagt Euch nie nach Frankreich mehr hinein.

Aus dem siebzehnten Jahrhundert folgen zwei Gedichte von Friedrich Freiherr von Logau (1604-1655), wohl entstanden unter dem Eindruck des dreißigjährigen Krieges:

„Krieg und Hunger, Kriegs Genoß
sind zwei ungezogene Brüder
die durch ihres Fußes Stoß
treten, was nur stehet, nieder.
Jener führet diesen an
wann mit Morden, Rauben, Brennen,

jener hat genug getan
lernt man diesen recht erst kennen;
dann er ist so rasend kühn
so ergrimmet und vermessen,
daß er, wenn sonst alles hin,
auch den Bruder pflegt zu fressen.“

„Ein Scheuland bist du jetzt, o liebes Teutschland worden,
durch Zorn, Neid, Krieg, Gewalt, durch Rauben und durch Morden,
ein jeder scheut sich nun, in dich zu bauen ein,
weil mehr kein Mensch in dir, nur lauter Teufel sein.“

Zum Ende des dreißigjährigen Krieg dichtete Paul Gerhard (1607-1676) ein „Danklied für die Verkündigung des Friedens“, das mit den Zeilen beginnt:

„Gott Lob! nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenswort,
daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord.“

 


[nächste Seite] [vorherige Seite] [erste Seite]

Druckansicht
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 
Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Zuletzt geändert: 09.07.2006