Regionen und Länder

- Afghanistan

Mehr Geld fuer Zinksaerge einkalkuliert

Etaterhoehung fuer "Ueberfuehrung und Bestattung verstorbener Soldaten" im Entwurf des Bundeshaushalts 2006



Zwei Wochen vor einem Truppenbesuch in Afghanistan hat Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) erneut betont, dass der Einsatz der deutscher Soldaten am Hindukusch kuenftig gefaehrlicher werde. "Die Bundeswehr wird in Afghanistan mehr Verantwortung uebernehmen, mehr Verantwortung bedeutet auch eine hoehere Gefaehrdung", sagte der Minister der Welt am Sonntag.



Dass die Bundesregierung den Tod deutscher Soldaten in Afghanistan offenbar einkalkuliert, bestaetigt auch ein Bericht des Spiegel. Das Nachrichtenmagazin teilte mit, dass im Entwurf fuer den Bundeshaushalt 2006 der Etat fuer die "Ueberfuehrung und Bestattung verstorbener Soldaten" erhoeht worden sei. Mit der Veranschlagung von einer Million Euro sei der Betrag rund 35 Prozent hoeher als im vergangenen Jahr. Auch die Aufwendungen fuer Arznei- und Verbandsmittel sowie Sanitaetsgeraet sollen demnach um gut ein Drittel steigen: Fuer 2005 hatte das Ressort 43 Millionen Euro eingeplant, fuer 2006 sei dagegen ein Bedarf von 59 Millionen Euro angemeldet worden.



Struck forderte unterdessen einen "moeglichst breiten Konsens" fuer Auslandseinsaetze der Bundeswehr. "Wenn es zu Toten kommt, wollen die Soldaten keine strittige Diskussion darueber, ob ihr Einsatz ueberhaupt richtig war." Die Bevoelkerung in Deutschland sei noch nicht genuegend darauf vorbereitet, dass deutsche Soldaten bei Auslandseinsaetzen ums Leben kommen koennten, so Struck in der Welt am Sonntag. Er warnte ausserdem davor, dass Deutschland wegen des weltweiten Einsatzes der Bundeswehr zunehmend ins Visier von Terroristen geraten koenne. "Es waere ein Irrtum anzunehmen, nur weil wir nicht am Irak-Krieg teilgenommen haben, wuerden wir verschont bleiben", so Struck. Die Bundesrepublik sei keine einsame Insel. Deswegen seien Terroranschlaege auch in der Bundesrepublik "nicht auszuschliessen".



(AFP/jW)


Den Artikel finden Sie unter:
http://www.jungewelt.de/2005/08-15/017.php

(c) Junge Welt 2005
http://www.jungewelt.de