Regionen und Länder

Dr. Ralf Cüppers

 

Raus aus Afghanistan - Raus aus der NATO

 

Angesichts des zionistischen Massenmordes in Gaza ist der Krieg, den die Bundeswehr führt, in den Hintergrund des Medieninteresses gerückt. Da gibt es auch nichts zu berichten, mit dem die Herrschenden zufrieden sein könnten. Der Bereich, in dem die NATO und das Kasai-Regime die Macht ausübt wird immer kleiner, weit über die Hälfte Afghanistans werde wieder von sogenannten Taliban beherrscht. Die Anzahl der NATO-Besatzungssoldaten ist stetig erhöht worden auf insgesamt über 65000 Mann, eine Verdoppelung in den letzten Jahren. Immer noch sterben jeden Monat mehr als 50 Afghanen alleine durch Landminen. Während der Widerstand gegen die NATO-Besatzung gezielte Anschläge auf einzelne Besatzungssoldaten verübt, werden von der NATO ziemlich wahllos ganze Dörfer bombardiert. Im Ergebnis schließen sich die afghanischen Menschen den sogenannten Taliban an, die sich als wichtigste Alternative zu den verhaßten Besatzern darstellen.

Die Bundeswehr verläßt in Afghanistan nur noch selten ihre Kasernen. Trotzdem ist der Afghanistaneinsatz für einige Bundeswehrsoldaten tödlich. Zahlen werden nicht veröffentlicht. Von den Anfang des Monats Januar einberufenen Wehrpflichtigen haben sich nur etwa 10% als freiwillig längerdienende verpflichtet, die auch zu Auslandseinsätzen abkommandiert werden könnten. Wie diese dort „Frieden sichern“ sollten, dafür gibt es kein Konzept. Es ist nicht bekannt, daß dort etwa nur solche Soldaten zum Einsatz kämen, die eine der dort im Lande üblichen Sprachen gelernt hätten und verstünden. Das wäre von einem Kommißkopp zu viel erwartet, es reicht, die Sprache der Gewalt zu beherrschen. Aufgabe der Bundeswehr seien Aufklärungsflüge, das Bombenabwerfen übernehmen dann die amerikanischen NATO-Verbündeten. Dabei wird die Souveränität des Nachbarn Pakistan regelmäßig mißachtet und auch jenseits der Grenze bombardiert. Während der frühere pakistanische Militärdiktator als Verbündeter der USA dazu geschwiegen hat, hat sein demokratisch gewählter Nachfolger vorsichtig protestiert. Das NATO-Bombardement im Grenzgebiet wirkt politisch als Unterstützung der islamistischen Opposition im Atomwaffenstaat Pakistan.

Es kann uns nicht gleichgültig sein, wenn sich NATO und Bundeswehr so aufführen, daß sie dort so verhaßt sind, daß Menschen unter Opferung ihres Lebens Selbstmordanschläge verüben, um Besatzungssoldaten zu töten. Wenn die NATO das Geld, das die Besatzung kostet, an die dortige Bevölkerung verteilen würde, dann wäre die Armut in Afghanistan beseitigt. Aber es geht dort nicht um friedliche Lösungen, sondern um Machtpolitik.

Nachdem der Bundeswehr vor zwanzig Jahren der Feind in Form der Warschauer Vertrags Organisation  abhanden gekommen ist, wird alles getan, sich einen neuen Feind zu züchten. Es scheint Absicht zu sein. Denn wir sollten der militärischen Führung der Bundeswehr nicht unterstellen, daß sie so blöde sei, ernsthaft zu glauben, Deutschland würde im Ausland beliebt sein, wenn es sich an der Ermordung afghanischer Zivilbevölkerung beteiligt. Die Taliban werden gestärkt, denn sie dienen als Existenzberechtigung für die Bundeswehr.

Die USA geben mehr Geld für Kriegswaffen auf als alle anderen UNO-Mitglieder zusammengenommen. Sie waren deshalb in der Lage, Afghanistan mit abgereichertem Uran zu verseuchen und konnten ihren Lakaien Kasai als „Präsidenten“ installieren. Die USA haben aber in der Region keine Freunde und Verbündete gewonnen, allenfalls Handlanger.

Die NATO-Verbündeten werden auch als Handlanger der USA wahrgenommen. Das kann nicht in deutschem Interesse sein.

Die NATO feiert ihren sechzigsten Geburtstag im April am Sitz des Europaparlamentes in Strasbourg. Damit wird die Rolle der EU deutlich, die zu einem zweiten militärischen Machtblock innerhalb der NATO aufgerüstet ist, als Hilfssheriff der USA. Strasbourg wird aber auch Treffpunkt für Gegendemonstrationen der Friedensorganisationen sein.

In der deutschen Bevölkerung gibt es eine breite Mehrheit gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung. Der Anteil eines Jahrgangs, der noch Kriegsdienst bei der Bundeswehr leistet, ist zu einer kleinen Minderheit geschrumpft, die überwiegende Mehrheit leistet inzwischen gar keinen Dienst mehr. Diese mehrheitliche Abstimmung gegen Afghanistaneinsatz, NATO und Bundeswehr sollte nicht zu zufriedener Gleichgültigkeit führen, denn was diese kleine Minderheit im Ausland anrichtet, fällt auf uns alle zurück. Wir dürften nicht überrascht sein, wenn Menschen, deren Angehörige durch die NATO ermordet wurden, dann in den NATO-Ländern selbst Anschläge verüben. Terrorismus ist Folge der NATO-Machtpolitik. Wir werden erst dann sicher und in Frieden leben können, wenn wir die Bundeswehr abgeschafft haben und auf diese Art der Machtpolitik unwiderruflich verzichten.