Regionen und Länder

Flensburger wollen Frieden

Über 350 Flensburger gingen am frühen Abend des 18.10.2001 friedlich
unter dem Motto "Gegen den Krieg! Für Solidarität und soziale
Gerechtigkeit" auf die Straße. Sie waren einem Aufruf von Studierenden
der Universität gefolgt.

"Diese Demonstration ist ein eindrucksvolles Zeichen für den Frieden",
so Torsten Feltes vom AStA der Universität Flensburg. Gerade in Betracht
der kurzfristigen Mobilisierung bezeichnete er die Teilnehmerzahl als
großen Erfolg. In seiner Rede sagte Feltes:
"Krieg darf keine Antwort auf Terror sein. Dieser Krieg bedeutet eine
Eskalation der Gewalt." Er warnte vor der beliebig gewordenen
Gleichsetzung von Terroristen mit dem Hitler-Faschismus: "Diese
Propaganda hat schon beim NATO-Krieg in Jugoslawien nicht gestimmt."

Auf einer Zwischenkundgebung in der Innenstadt sprach Jan Wulf-Schnabel,
Kreisvorsitzender der PDS Schleswig / Flensburg. "Die Welt verkraftet
das Unrecht nicht länger. Täglich sterben 24.000 Menschen an Hunger.
Allein die DaimlerChrysler AG setzt jährlich 165 Mrd. Euro um, das
entsprich 2/3 des Bundeshaushaltes oder dem 160-fachen des
UN-Haushaltes. Statt Krieg brauchen wir
dringend Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität überall auf der Welt."
Wulf-Schnabel forderte: "Gerade von Deutschland darf kein Krieg
ausgehen. Aber so etwas laut auszusprechen gilt ja heute fast wieder als
Landesverrat." Für die innere Sicherheit verlangte er statt einer
Beschneidung der Freiheitsrechte, die Abschaltung der Atomkraftwerke.

Im weiteren Verlauf lösten sich überraschend zwei Teilnehmer aus dem
Demonstrationszug und erstürmten den Balkon der Kreisgeschäftsstelle der
SPD. Unter lautem Beifall wurde ein Transparent mit der Aufschrift "SPD
Kriegstreiberbüro" herabgelassen.

Auf der Abschlusskundgebung sprach sich Ralf Cüppers von der DFG-VK für
die Abschaffung der Bundeswehr aus. "Die Erfahrung zeigt, dass dies die
sicherste Lösung ist, um jede Regierung von Bundeswehreinsätzen im
Ausland abzuhalten." Er erinnerte daran, dass das Militär der USA für
viel Konflikte auf der Welt verantwortlich ist. "Militär löst kein
Problem, es ist ein Problem."

Abschließend wurden alle Flensburger für Mittwoch, den 24.10. um 19.00
Uhr in das "Aktivitetshuset" der dänischen Minderheit in der
Norderstraße eingeladen, um eine künftige Friedenspolitik zu besprechen.

Flensburg, den 18.10.2001

Jan Wulf-Schnabel

Bilder der Demo