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Regionen und Länder

 
„Operation irakische Freiheit“

(von Rainer Rupp)

 

So haben die menschenverachtenden Zyniker in Washington ihren zweiten Krieg gegen Irak getauft. Bei ihren Vorstellungen, daß die in das Land einfallenden amerikanischen und britischen Invasoren von der lokalen Bevölkerung zumindest im schiitischen Süden freudenstrahlend empfangen würden, war der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen. Dabei sind die Kriegsplaner in Washington und ihre Anhänger in Deutschland Opfer ihrer eigenen, ideologischen Wunschvorstellungen geworden. Die ließen sich darauf reduzierten, daß der Diktator Hussein auf tönernen Füßen stand und die staatlichen und militärischen Strukturen, auf die sich seine Macht stützt, beim einem resoluten Vorgehen der anglo-amerikanischen Streitmacht innerhalb weniger Tage zusammenbrechen und ganze Irak den Eroberern praktisch kampflos in die Arme fallen würde. Dabei konnte jeder selber feststellen, der – wie der Autor dieser Zeilen - mit offenen Augen und Ohren im letzten Jahr den Irak bereiste, daß selbst in den schiitischen Gebieten die Amerikaner noch unwillkommener waren als Saddam Hussein.

 

2, 3, 4 höchsten fünf Tage „Schock und Entsetzen“ mit Hilfe eines bis dahin in der Geschichte noch nie erlebten Bombardements der Hauptstadt Bagdad und der daraus resultierenden militärischen „Enthauptung“ der irakischen Führung, und schon sei die Sache erledigt, hieß es vor Anbruch des Krieges großspurig und selbstsicher aus Washington. Statt dessen ist der „Schock und Entsetzen“ in die Wohnstuben der Amerikaner eingezogen, angesichts der Bilder im Kampf erschossener und von Explosionen verstümmelter Leichen amerikanischer Soldaten und der verängstigten und Blicke der gefangenen Boys and Girls. Das erste, was US-Kriegsherr Rumsfeld tat, war die weitere Ausstrahlung dieser Bilder in den USA zu verbieten. Als zweites forderte er von den Irakern die Einhaltung der Genfer Konvention in Bezug auf die Behandlung von Kriegsgefangenen. Es ist die selbe Konvention, die sich die USA stets geweigert haben, zu unterschreiben. Die von Rumsfeld jetzt eingeforderten Rechte verweigert er im gleichen Atemzug den in Afghanistan gefangen genommenen sogenannten „feindlichen Kombattanten“, die in den US-Folterlagern wie Guantanamo in Tigerkäfigen rechtlos dahin vegetierenden. Im Unterschied zu einem britischen Frontkommandeur, der seine Truppen aufforderte, gegenüber kämpfenden sich aber dann ergebenden irakischen Soldaten „keine Gnade“ walten zu lassen, hat die irakische Führung zugesichert, die Genfer Konvention zu respektieren.

 

Auch der NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien sollte ursprünglich nur „einige wenige Tage“ dauern. Dann würde die Führung in Belgrad schon aufgeben. Das Bombardement dauerte 78 Tage. Weil die NATO-Bomber der gut getarnten jugoslawischen Armee nichts anhaben konnten, gingen sie in der dritten Phase des Luftkrieges dazu über, fast ausschließlich zivile Ziele wie Wasser- und Stromversorgung und andere Versorgungseinrichtungen zu zerstören, um die Bevölkerung weich zuklopfen und als Geisel zur Erpressung der jugoslawischen Regierung zu benutzen. Eine ähnliche Entwicklung ist jetzt im Irak zu befürchten, wenn der Widerstand der irakischen Armee anhält und sich die britischen und amerikanischen Opfer mehren. „Operation irakische Freiheit“ ist dabei Irak zu zerstören und den Iraker die Freiheit zu rauben

Sbg. den 24.3.03

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Zuletzt geändert: 09.07.2006