Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 

Regionen und Länder

Datum: 04.04.2003 11:22

BE: Presseinformation: Einsatz von Uranmunition

 
Presseinformation der IPPNW

Einsatz von uranhaltiger Munition im Irak:
IPPNW fordert Beweislastumkehr


Berlin, den 04.04.03: Die Ärzteorganisation IPPNW fordert in einem offenen
Brief die US- und britische Regierungen auf, keine Munition mit
abgereichertem Uran im Krieg gegen den Irak einzusetzen. Die bekannten
Hinweise auf die medizinischen Folgen für Bevölkerung und Soldaten sowie die
Folgen für die Umwelt seien ausreichend, um diese Waffen international zu
verbieten, so die IPPNW.

Der US-Militärsprecher Col. James Naughton hatte am 14. März erklärt, die
USA hätten keine Bedenken, uranhaltige Munition im Irak einzusetzen, weil
Uranwaffen den USA einen militärischen Vorteil über das irakische Militär
geben, den sie nicht aufgeben wollen Das US-Militär vertritt die Auffassung,
Waffen mit abgereichertem Uran stellen keine Gefährdung für die Gesundheit
dar.

Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur (IRNA) vom 24. März
2003 wurde uranhaltige Munitionen von den US-amerikanischen und britischen
Streitkräften bereits beim Angriff gegen irakische Panzer in Basra
verwendet. Weiterhin hat ein Soldat in Kuwait am 23. März im
US-Nachrichtensender NBC TV ausgesagt, dass uranhaltige Waffen einsatzbereit
auf Fahr- und Flugzeugen aufgeladen wurden. Die britische Zeitung "Guardian"
vom 31. März berichtet, dass der am vergangenen Sonntag von einem US-A-10
Kampfflugzeug getroffene britische Panzer durch Uranmunition zerstört wurde.
Die USA verweigern jedoch nach wie vor Angaben darüber, ob sie Uranwaffen im
Irak einsetzen - so ein ZDF-Korrespondent in Qatar.

Mehr als 300 Tonnen uranhaltige Munition wurde im Golfkrieg 1991
verschossen. Irakische Ärzte berichten von stark erhöhten Krebsraten,
besonders bei Kindern im Südirak, wo beobachtet wurde, dass Kinder mit den
uranverseuchten Trümmern der Panzer und Geschosse gespielt haben. Der IPPNW
liegen Unterlagen von irakischen Ärzten vor, die eine signifikante Erhöhung
der Krebs- und Fehlbildungsraten dokumentieren. Bisher konnte weder
eindeutig bewiesen noch ausgeschlossen werden, dass die uranhaltige Munition
diese Krebsfälle verursacht hat.

Die IPPNW fordert die US-amerikanische und britische Regierung auf, den
Beweis zu erbringen, dass das abgereichertes Uran für die Gesundheit der
Bevölkerung keine Gefahr darstellt.

Das US-Armee-Institut für Umweltpolitik warnte bereits 1995 davor, dass
abgereichertes Uran bedeutende medizinische Folgen haben kann, wenn es vom
Körper aufgenommen wird und die  Weltgesundheitsorganisation (WHO)
empfiehlt, durch abgereichertes Uran verseuchte Gebiete zu dekontaminieren.
Nach dem am 25. März 2003 veröffentlichten Bericht der UN Umweltorganisation
UNEP wurde in Bosnien Partikel abgereicherten Urans noch 8 bis 9 Jahre nach
dem Einsatz von Uranwaffen im Boden, in der Luft und im Trinkwasser
gefunden. Klaus Töpfer, Geschäftsführer der UNEP, empfiehlt daher zur
Sicherheit eine mehrjährige Beobachtung durch regelmäßige Wasserproben
vorzunehmen und in der Zwischenzeit andere Wasserquellen zu verwenden.

Pressekontakte:
Xanthe Hall 030-698 074-12, Mobil 0171-408 4209
Jens-Peter Steffen 030-698 074-13


Druckansicht
Broschüren/Artikel    Regionen/Länder    NATO/EU    Öffentliche Meinungen   
 
Logo der DFG-VK Initiative Bundeswehr abschaffen
Zuletzt geändert: 09.07.2006