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Regionen und Länder

 
Generalunternehmer CIA vergibt Folteraufträge

(von Rainer Rupp)

 

(Folter ist jetzt akzeptierte US-Verhörmethode. Aber die schlimmsten Aufträge gehen an befreundete Subunternehmer.)

 

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat besorgt auf einen Bericht Washington Post vom Donnerstag über inzwischen weitverbreitete Folter von mutmaßlichen El-Kaida- und Talibanmitgliedern in US-Gefangenschaft reagiert. Die Vereinigten Staaten seien nun davon in Kenntnis gesetzt, die Regierung von US-Präsident George W. Bush müsse diesen Vorwürfen nachgehen und umgehend eingreifen, sagte der Direktor von Human Rights Watch, Kenneth Roth.

 

Laut Washington Post¯ wenden die USA inzwischen regelmäßig moderne Zwang- und Foltermethoden an, um von den Gefangenen Geständnisse zu erpressen. In einem Gefangenenlager in Afghanistan auf der US-Luftwaffenbasis von Bagram würden zum Beispiel mutmaßliche führende Vertreter der Taliban oder El Kaida in größter Hitze in Stahlcontainern festgehalten. Wer sich einer Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst CIA verweigere, müsse stundenlang stehen, knien oder in anderen schmerzhaften Positionen ausharren, während er Tag und Nacht blendend-hellem Licht ausgesetzt sei. Wer dann trotzdem noch hartnäckig das von den US-„Verhörspezialisten“ erwartete „Geständnis“ verweigert, wird gemeinsam mit einer auf seine Person ausgestellte Frageliste ohne jegliche juristische Formalien an verbündete Länder wie Jordanien, Marokko oder Ägypten überstellt, deren weitaus brutalere „Foltermethoden bei Verhören“ bekannt seien.

 

Dieser schreckliche Vorgang ist nicht neu.  " Junge Welt "  hat in der Vergangenheit über die Anwendung von Foltermethoden durch US-Vertreter bei Verhören ebenso berichtet wie über die Vergabe von Folteraufträgen an die von den USA ausgebildeten Geheimdienste befreundete Länder im Fall besonders hartnäckiger Gefangenen. Neu ist nur, daß nun eine große Tageszeitung der amerikanischen Öffentlichkeit mit sehr vorsichtigen Worten vor Augen hält, welche Verbrechen an der Menschlichkeit in ihrem Namen und im Namen der „amerikanische Zivilisation“ begangen werden, indem die Bush-Regierung wie ein Generalunternehmer an Subunternehmer Aufträge zum Quälen von Menschen vergibt.

 

Der Washington Post zufolge befürwortet eine Reihe von Regierungsvertretern den Einsatz von Gewalt bei Verhören von Gefangenen, die des Terrorismus verdächtigt werden. Rund 3000 Menschen befänden sich derzeit unter Terrorverdacht zum Großteil in Gefängnissen in Guantanamo Bay auf Kuba, in Bagram sowie auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean.

 

Sbg. den 27.12. 02

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Zuletzt geändert: 09.07.2006