Regionen und Länder

-PRESSEMITTEILUNG vom 10.10.2003-

DFG-VK-Bundessprecherin Gerit Ziegler:
Die menschenverachtende Auslieferung von Kanonenfutter beenden!

Kriegsdienstverweigerer aus der Türkei demonstrieren in Frankfurt/Main


Die "Gruppe der türkisch-kurdischen Kriegsdienstverweigerer in Deutschland
 hat heute in Frankfurt/Main gegen die Beteiligung der Türkei am
Irak-Krieg
demonstriert. Die Aktivisten fordern von der Türkei außerdem, das Recht
auf
Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen.

Der Sprecher der Gruppe, Zeynettin Er, sprach sich auf einer Kundgebung
vor
dem türkischen Konsulat gegen die Absichten der türkischen Regierung aus,
bis zu 10.000 Soldaten in den Irak zu entsenden.

Das Menschenrecht Kriegsdienstverweigerung gilt in der Türkei als
Straftat.
Wer sich weigert, im Militär zu dienen, muss mit rigoroser Verfolgung und
Folter rechnen. Wer diese politische Verfolgung vermeiden will, dem bleibt
oftmals nur die Flucht ins Ausland.

"Die Bundesrepublik weigert sich aber beharrlich, Kriegsdienstverweigerern
Asyl zu gewähren. Stattdessen werden sie abgeschoben - direkt in die Hände
Ihrer Verfolger, direkt in die Hände des Militärs. Diese
menschenverachtende
Praxis der Auslieferung von Kanonenfutter muss sofort beendet werden",
fordert Gerit Ziegler, Bundessprecherin der DFG-VK.

Die rund 30 Kriegsdienstverweigerer, die heute demonstriert haben, wurden
vom Konsulat aus gefilmt. Das Risiko für sie ist erheblich, da die
Mehrzahl
von ihnen akut von Abschiebung bedroht ist. Ihre Asylanträge werden häufig
abgelehnt, weil die Bestrafung der Kriegsdienstverweigerung "nicht
asylrelevant" sei. Auch der Sprecher der Gruppe der türkisch-kurdischen
Kriegsdienstverweigerer, Zeynettin Er, muss jederzeit mit seiner
Abschiebung
rechnen. Im Hinblick auf die bevorstehende Beteiligung türkischer Truppen
an
der Besetzung des Irak erklärte er auf der Kundgebung, dass abgeschobene
Kriegsdienstverweigerer auch mit ihrer Verwendung bei dieser
völkerrechtswidrigen Kriegshandlung rechnen müssten -und sei es zu
Strafzwecken.

"Tagtäglich werden mit menschenverachtenden Praktiken Hunderttausende von
jungen Menschen gezwungen, das Töten und Sterben zu lernen und sich so an
der verbrecherischen Politik des türkischen Staates zu beteiligen",
kritisierte Zeynettin Er in seinem Redebeitrag. Unterstützt wurde die
Aktion
von connection-ev und der DFG-VK.

DFG-VK Bundessprecherin Gerit Ziegler fordert von der Bundesregierung:
"Kriegsdienstverweigerern muss Asyl gewährt werden!"

Weitere Informationen: www.connection-ev.de

Frank Brendle
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit