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Regionen und Länder

 

Aktionen gegen den Krieg

Während des Krieges gegen den Irak im Frühjahr waren die
AntimilitaristInnen in der Türkei an vielen Aktionen, Bündnissen und
Veranstaltungen beteiligt. Die Stimmung für eine grundsätzlich
militärkritische Position war selten so günstig wie in den Monaten des
Krieges. Über neunzig Prozent der Bevölkerung waren gegen den Krieg
und einem Thema wie der Kriegsdienstverweigerung entsprechend
aufgeschlossen.

In einem Artikel für die türkische Beilage otkökü der
Graswurzelrevolution bewertet Coskun Üsterci aus Izmir die aktiven
Monate für die AntimilitaristInnen :

"Vor dem Hintergrund unserer zehnjährigen antimilitaristischen
Geschichte gelang es, gegen den aktuellen Krieg eine breite Koalition
aufzustellen. In dieser Koalition trafen sich Linke, Islamisten,
Kurden, Kemalisten, "nationale Linke" und viele weitere Gruppierungen.
Solch ein breites und aktives Bündnis hatte sich in der Türkei seit
langem nicht eingestellt. Leider wurde die Diskussion
antimilitaristischer und gewaltfreier Prinzipien meist ausgespart."

Ferda Ülker berichtete, dass sie zusammen mit Feministinnen aus der
Türkei an einer symbolischen Aktion teilgenommen hat. Die Gruppe ist
noch vor Kriegsbeginn nach Silopi an die Grenze gefahren. Den Ort, den
sie selbst gewählt hatten konnten sie wegen der aufmarschierenden
Truppen, der Straßensperren und Militärpolizei wegen nicht erreichen.
Dennoch bewerteten sie die Aktion als ein Erfolg, auch weil die Medien
berichteten. (weißt du noch, was für eine Aktion das war?)

Trainingsarbeit macht einen Sprung

Ferda Ülker unterrichtete uns über die Trainingsarbeit eines Jahres.
Es scheint, als sei ein Quantensprung geschafft. Nach Jahren, in
denen die Trainingsgruppe für eine Teilnahme an den Trainings werben
mußte, fragen nun Gruppen aus verschiedenen Städten der Türkei von
sich aus an. Eine langfristige Kooperation ist mit dem Frauenzentrum
in Diyabakir geplant. Sie können die Trainingsarbeit sogar aus ihren
EU-Geldern bezahlen.

Die Trainingsgruppe in Izmir arbeitet weiter an einem Handbuch zu
gewaltfreien Trainings. Wir ermutigen in unseren Mails, sich mit einem
solchen Buch ruhig Zeit zu lassen. Wichtiger als ein Buch ist, dass
die Aktiven experimentieren, Methoden an die eigenen Bedürfnisse
anpassen und erproben. So kommt das Material für ein reiche
Handlungsanleitung für Gewaltfreiheit zusammen.

Türkischer Antimilitarist in Tel Aviv

Die War Resisters` International lud anläßlich des 15. Mai zu einem
gewaltfreiem Training in Verbindung mit einer direkten Aktion ein. War
2002 Aktionsort das NATO Hauptquartier in Brüssel, so wählten die
international zusammen gesetzten TeilnehmerInnen dieses Jahr das
israelische Verteidigungsministerium. Die Bedenken der israelischen
GastgeberInnen veranlassten die Gruppe dann aber, auf eine direkte
gewaltfreie Aktion zu verzichten. Stattdessen führten sie ein
Strassentheater vor, auf das PassantInnen sehr unterschiedlich, zum
Teil heftig reagierten. (Und wer war aus der Türkei dabei? Noch ein
Satz dazu)

Rundreise von Coskun Üsterci

Mitte Oktober besuchte Coskun Üsterci verschiedene Städte in
Deutschland, er sprach vor Gruppen in Frankfurt, Mainz, Münster und
Verden und berichtete vor allem von den Ambitionen des türkischen
Militärs und der Regierung im Irak und natürlich vom Widerstand gegen
die Pläne. Seine Entschätzung, die türkische Armee würde bis
Weihnachten im Irak stationiert werden und so als "Leih- oder
Söldnerarmee" der USA dienen, scheint sich aber nicht zu bestätigen:
Die türkische Regierung hat ihre Beteiligung in Frage gestellt, nach
dem die Proteste aus dem irakischen Regierungsrat nicht verebbten.

Unterstützung

Der Kreis derjenigen, die Ferda unterstützen, ist fast konstant
geblieben. Wir danken Euch an dieser Stelle für die Treue. Die
AntimilitaristInnen arbeiten weiter an ihren Zielen und Utopien, Ferda
weiß die Arbeitszeit, die wir ihr schenken, gut zu nutzen und wir
wollen versuchen, wieder regelmäßiger zu berichten.

Mit ganz herzlichen Grüßen

Jörg und Ann-Kristin


--                               rohwedder@bewegungsstiftung.de

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Informationen und Ansichten aus der antimilitaristischen,
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Zuletzt geändert: 09.07.2006