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Chronische Eierstockentzündung

Wie lange?

Von 4 Wochen bis mehrere Monate, wenn du es geschickt anstellst.

Wer wird krank?

Alle Frauen, am besten jedoch die, die schon mal Unterleibsbeschwerden oder Scheideninfektionen hatten, etwa nach einjähriger Pilleneinnahme.

Beschwerden

  1. Du hast Schmerzen im Unterleib bei Druck, besonders natürlich bei den ärztlichen Untersuchungen, entweder überall, d.h. an beiden Seiten und in der Mitte, oder nur an einer Seite. Oft auch ständig ziehende Schmerzen.
  2. Kreuzschmerzen
  3. Du hast dich in letzter Zeit auch mal fiebrig gefühlt. Beim Messen (rektal) war die Temperatur zwischen 37,5 und 38 Grad. Aber nicht immer.
  4. Dich plagen Müdigkeit, Schlappheit, herabgesetzte Leistungsfähigkeit.
  5. Mal hast du Verstopfung, dann wieder Durchfall.
  6. Dir ist manchmal übel, aber kein Erbrechen.
  7. Manchmal brennt es beim Pinkeln.

So nach 3 - 6 Wochen solltest du mal erzählen, was du sonst noch so beobachtest an dir:

  1. Du hast so komischen gelblichen Ausfluß
  2. Deine Regelblutungen sind mal viel stärker, mal viel schwächer als sonst, du hast auch Zwischenblutungen und, sofern du die Pille nicht nimmst, kommen sie auch ganz unregelmäßig.

Jetzt geht der trüben Tasse ein Licht auf und sie schickt dich zur Frauenärztin.

Was untersucht diese?

Wenn wirklich eine Eierstockentzündung besteht, kann sie meist eine Spannung im Unterleib tasten, oft auch einen Knuddel rechts oder links neben der Gebärmutter. Das Hin- und Herschieben der Gebärmutter tut etwas weh. Bei Laboruntersuchungen sind die weißen Blutkörperchen vermehrt und die BSG (Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit) erhöht.

Den Knuddel kannst du natürlich nicht vortäuschen. Das macht aber nichts, denn häufig fehlt dieses Zeichen. Die gute Frau tappt dann ganz schön im Dunkeln, besonders, weil auch die anderen Zeichen alle nicht auftreten müssen.

Die Blutuntersuchungen sollen bekanntlich immer bei nüchternen Patientinnen gemacht werden (das heißt, vorher nichts gegessen und getrunken).

Ihre Ergebnisse kannst du eventuell ein bißchen dadurch in Richtung Entzündung verändern, indem du vorher doch etwas ißt. Klappt nicht immer, ist aber auch nicht entscheidend.

Woran denkt die unpraktlsche Ärztin, bevor sie auf den richtigen Trichter kommt?

  1. Blinddarmentzündung. Achtung, das soll schon mit Operationen geendet haben) Der Schmerz sitzt hier an einer bestimmten Stelle im rechten Unterbauch zwischen Nabel und Beckenkamm, die Blutwerte sind deutlich verändert, du hast Fieber <auch beim Messen in der Arztpraxis). Kommt also hoffentlich nicht in Frage. Im schlimmsten Fall mußt du dich wehren ins Krankenhaus zu gehen.
  2. Sonstige Darmentzündung. Stuhluntersuchung immer machen lassen. Wenn sie dir vorschlägt, Magen und Darm zu röntgen, willige auf keinen Fall ein - sehr hohe Strahlenbelastung. Das höchste der Gefühle wäre eine Übersichtsaufnahme des Bauchraumes, sog. » A b d o m e n - Übersicht«. Wenn es Probleme gibt, erzähle lieber etwas von den Regelstörungen und dem Ausfluß, um zur Frauenärztin überwiesen zu werden.
  3. Blasen- oder Hamröhrenentzündung. Du sollst frischen Morgenurin mitbringen zur nächsten Untersuchung. Ein kleines Verwirrspiel verzögert erstmal die richtige Diagnose. Du pinkelst schon am Abend vorher in das Glas. Dann sammeln und vermehren sich bis zum nächsten Morgen die Bakterien - das ist im Labor ein falscher Hinweis auf Blasenentzündung. Oder laß noch einen winzigen Tropfen Blut mit hinein fallen. Falls Kontrolluntersuchungen im Labor gemacht werden sollen, richte dich ab hier weiter nach den Anweisungen im Kapitel Blasen- und Nierenentzündungen. Auf keinen. Fall Harnröhre katheterisieren lassen, sonst kriegst du vielleicht wirklich was. Das wäre ja nicht so gut.
  4. Sie kann auch clever sein und schon früh an Frauenleiden denken, sag daß du gerade untersucht worden bist und alles in Ordnung war.

Achtung, viele Weißkitte) notieren sich, wenn sie einen Überweisungsschein ausgestellt haben. Ginge also nur, wenn du in dem Quartal nicht bei dieser Ärztin gewesen bist. Dann könntest du direkt mit deinem Krankenschein zur Frauenärztin gegangen sein. Andere Möglichkeit - du warst wirklich da. Wenn sie dich selbst untersuchen will - ablehnen. Dazu hast du ja die Frauenärztin.

  1. Wenn sie nun überhaupt nicht kapieren will, was du nun eigentlich hast, mußt du noch deutlicher werden: Vor 5 Jahren hattest du schon mal so eine unklare Geschichte. Damals hat schließlich die Frauenärztin festgestellt, daß das eine Eierstockentzündung war. (Die Ärztin war in einer anderen Stadt, die kennst du nicht mehr). Ist jedenfalls mit Rotlicht behandelt worden, hast dir auch immer eine Wärmflasche auf den Bauch legen müssen, hat viele Wochen gedauert usw.

Suggestion ist etwas, was du nicht unterschätzen solltest. Insgesamt sind die ganzen Krankheitsmerkmale diffus, schwer einzuordnen. Auch die Psyche wird in Mitleidenschaft gezogen, weil ja auch die Lust am Vögeln vergeht (die Schmerzen dabei) und manchmal dauert es einfach Monate. Wie sie entstanden ist, ist häufig nicht mehr zu sagen. Manchmal traten die ersten Zeichen nach einer Regelblutung auf.

Kontrollvertrauensärztin

Hierfür ist es gut, wenn die Diagnose schon steht. D.h., wenn sie sich schon früh meldet, weil du schon oft vom Schicksal mit Krankheit geschlagen wurdest, dann fange mit deiner Geschichte lieber etwas früher an. Spätestens jetzt mußt du sie sonst erzählen. Außerdem sind viele vorausgegangene Untersuchungen (Blut, Stuhl, Urin) recht beeindruckend.

Behandlung

Tabletten, Antibiotika und entzündungshemmende Mittel - am besten in die Medikamentensammlung oder in den Müll. Wärmeanwendung, Bäder, Kurzwelle schadet nichts und ist ganz nett.

Warnung

Keine Spritzen geben lassen. Keine großen Röntgenuntersuchungen. Keine Spiegelung von irgendwelchen Hohlräumen machen lassen (die kommen auf die Idee und wollen die Gebärmutter spiegeln lassen), die Gefahr ist besonders groß, wenn das ganze sehr lange dauert.

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